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Beiträge vom 29. März 2008

5 Fragen – Geocacher tpo gefragt

Samstag, 29.03.2008 22:09 Uhr geschrieben von  

Fünf Fragen an Geocacher aus dem Raum Bonn und Köln, den Anfang macht tpo. Er hat unter anderem den Cache “Bonn bei Nacht” versteckt, welcher mir ausgesprochen gut gefallen hat. Bei diesem Cache muss man einige Aufgaben bewältigen und zwischendurch die wunderbaren Aussichten auf Bonn genießen, siehe Foto.

Wann und wie bist Du zum Geocaching gekommen?
Ein Kollege (Holger von HoPri) hat bei einem Betriebsausflug im September 2003 eine Geocaching-Tour veranstaltet. Das hat mir gut gefallen – gewandert bin ich schon immer gerne, und, wie der Spiegel seinerzeit schrieb, beruhigt es einen Nerd ungemein, wenn man auch in der Natur alle paar Minuten auf ein Display gucken kann. Mein Bruder besaß ein Garmin eTrex Legend; damit habe ich am 03. Oktober 2003 meinen ersten Cache gefunden (“Leserpark”). Das war der erste und letzte Cache zusammen mit meinem Sohn (“zu langweilig”). Aber ich war damit ans Geocaching verloren. Die nächsten Caches waren “Wasser und Himmel” und “Trinkers Wahn”. Damals (hach) waren fast alle Caches so, wie ich mir auch heute noch einen Cache wünsche.

Bonn bei Nacht
Bonn bei Nacht

Was findest Du an Micros so doof?
Mikros sind mal eben schnell versteckt. Man muss sich keine Mühe geben – ein Versteck aussuchen, das überlebt, Aufwand für Tauschmaterial spendieren, etc. Ein Mikro ist ein Indikator für einen lieblosen Cache – Geocachers Fast Food. Was mich nervt, ist die Tatsache, dass im Bonner Raum fast nur noch Mikros gelegt werden – und die meisten sind langweilig: entweder eine öde Kirche oder ein Rätsel zum “Googeln”, mit Magnet irgendwo hingehangen (wenn er nicht im Dreck liegt), wo man keinen Spaß beim Suchen hat, weil ständig Leute vorbeikommen und dann steht in der Cachebeschreibung immer “Achtung Muggel – bitte aufpassen!” – toll. Also braucht man einen Hint, der so genau ist, dass man eigentlich gar nicht mehr suchen muss: 1/1. Das gilt übrigens auch für kleine Small-Dosen, die funktional Mikros entsprechen.
Ich habe auf Dienstreise in fremden Städten auch schon mit Begeisterung Mikros gesucht. Ich suche auch in Bonn Mikros – aber bitte nicht ausschließlich, und dann witzig versteckt, wie z.B. Sisutl – die doppelköpfige Schlange.

Hast Du einen Cache, den Du jedem empfehlen kannst?
Oh, viele! Bei Opencaching habe ich fleißig Empfehlungen verteilt. Uneingeschränkt empfehlen kann ich alle Caches von Woffi!

Was macht einen guten Cache aus?
Für mich ist die Location am Wichtigsten – weil ich keine unbedosten schönen Stellen mehr kenne, habe ich auch schon lange keinen Cache mehr versteckt. Zur Location gehört auch die Wegführung, die mich positiv überraschen soll. Deshalb laufe ich lieber Multis. Über kreative Aufgaben freue ich mich auch – aber sie kommen erst an zweiter Stelle. Bei Nachtcaches stehen allerdings die Aufgaben eher im Vordergrund – von der Gegend sieht man ja nicht so viel. Aufgaben, die die lokalen Gegebenheiten einbeziehen – also nur dort gestellt und gelöst werden können, mag ich am liebsten. Prima Beispiel ist “Der Weg nach Gondolin” – schöne Gegend, tolle Aufgaben.

Wie siehst Du die Zukunft vom Geocaching?
Das größte Problem ist in meinen Augen der Mangel an guten Locations. Als ich vor 4 Jahren anfing, gab es noch so viele schöne cachejungfräuliche Stellen – heute liegt schon überall mindestens eine Dose. Deshalb ist der Qualitätsverlust bei neueren Caches ja auch kein Wunder. Im Vergleich zu früher ist durch die stark angestiegene Zahl von Caches und Cachern der Blick sehr eingeschränkt. Als ich anfing, kannte ich bald alle Caches zwischen Neuwied, Gummersbach, Köln und Aachen (nicht, dass ich alle gesucht hätte, aber ihre Existenz war mir bewusst) und fast alle Geocacher. Heutzutage kann in 20 km Entfernung ein toller Cache liegen und ich merke es nicht. Deshalb werden Bewertungssysteme (welcher Art auch immer) wichtiger werden. Die Cache-des-Monats-Liste im Grünen Forum ist ein schönes Beispiel. Mangels Locations wird man zunehmend andere Merkmale brauchen, um ein besonderes Erlebnis zu haben – sei es das Kriechen durch schlammige Röhren, das Erklettern von Autobahnbrückenpfeilern oder Bäumen, Abseilen, Bäche durchwaten und sonstige Mutproben. Ehrlich gesagt ist mir das lieber als eine Mysteryschwemme – auch eine Möglichkeit, sich ohne tolle Location intensiv mit einem Cache zu beschäftigen.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen und Dir weiterhin viel Freude beim Cachen.

Thema: Interview | 3 Kommentare