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5+2 Fragen – Geocacher+Reviewer eigengott gefragt

Dienstag, 10.02.2009 00:12 Uhr geschrieben von  

Seit einigen Wochen taucht im meinen Notifications immer wieder ein Name auf. Ein Name den ich schon von zwei Geocaches – die ich besucht hatte [nämlich Basis Bonn und Herkulesberg] – kannte. Ein Geocacher, der auch durch sein Profilbild in Erinnerung bleibt; nämlich eigengott. Ich konnte Ihn dazu gewinnen, sich unseren Fragen zu stellen, aber lest doch bitte selbst…

1. Wann und wie bist Du zum Geocaching gekommen?
Im Off-Topic-Bereich eines Internetforums las ich im Juli 2003 das erste mal etwas von Geocaching. Die Idee gefiel mir sofort, da ich sowohl gerne draussen bin als mich auch gerne mit Technik beschäftige. Auf meiner Liste mit Gerätchen, die ich irgendwann mal haben möchte, stand seit Erscheinen des Sony Pyxis ohnehin eine GPS-Empfänger – zum Wandern, Radfahren und so weiter. Geocaching war dann endlich der perfekte Vorwand, mir ein solches Spielzeug zuzulegen und ein paar Tage später hatte ich meinen Garmin Geko 201 in der Hand. Noch ein paar Tage später war dann auch der erste Geocache gefunden, Alter Vulkan im Siebengebirge.

2. Du bist jetzt auch Reviewer, bleibt da noch Zeit selber cachen zu gehen?
Na klar. Ich bin ohnehin eher ein Sonntagscacher, d.h. normalerweise mache ich ein oder zwei längere Caches am Wochenende und nur gelegentlich treibt es mich unter der Woche ‚raus. Daran wird sich auch durch die Reviewer-Tätigkeit nichts ändern. Im Zweifel geht mein persönliches Vergnügen vor, es ist schliesslich nur ein Hobby.

3. Hast Du einen Cache, damit es nicht zu schwer wird auch zwei, drei Caches,
die Du jedem empfehlen kannst/willst?
Tja, das ist immer schwierig, weil die Geschmäcker ja sehr verschieden sind. Ein schöner, altehrwürdiger Traditional ist GC427 „Altenberg“. Er zeigt, daß man einen Cache nicht unbedingt direkt an/in die Sehenswürdigkeit legen muss. Ich habe mir damals jedenfalls auch noch den Dom ausführlich angeschaut.

Ein liebevoll und abwechslungsreich gemachter Multicache ist GCHRM2 „Bohnes Wunderkiste“. Da passen die Stationen und deren Gestaltung ganz wunderbar zum Thema, man hat einiges zu lachen und zu suchen und eine schöne Wanderung ist es auch.

Aus der Flut der öden Sudoku-, QR-Code und Google-Rätselcaches die weder mit dem Ort noch mit Geografie etwas zu tun haben, ragt der Mystery-Cache GC522F „Des Kaisers Hofmathematiker“ positiv heraus, der eine schöne Geschichte rund um einen realen Ort spinnt. Und es gibt mehrere Lösungwege.

Wer gerne längere Wanderungen macht, dem kann ich die „Wandertag Rheinsteig #1-#14“ Serie von Homer Jay ans Herz legen. Die sind teilweise recht anstrengend, hinterlassen aber in jedem Fall sehr schöne und bleibende Erinnerungen.

Weitere Empfehlungen gibt es auf meiner Bookmarkliste „Top 10%

4. Was macht jetzt mehr Spass das Suchen gehen bzw. das Auslegen von Caches oder das Reviewen?
Das macht alles Spaß, ich kann das nicht gewichten. Richtig toll ist es natürlich immer, wenn man einen interessanten Ort findet, der noch nicht durch einen Geocache gezeigt wird. Dann recherchiere ich ausführlich die Hintergründe des Orts und ob er vielleicht für einen Cache geeignet ist. Da bin ich übrigens eher zurückhaltend, im Schnitt wird nur aus jedem dritten von mir „entdeckten“ Ort ein Cache.

5. Wie siehst Du die Zukunft des Geocaching?
Nun, die Technik entwickelt sich fort und in Zukunft werden wir wohl alle ein GPS-Gerät haben, das sich Cachebeschreibungen vor Ort aus dem Netz holen kann. Das iPhone macht das ja im Prinzip schon.

Auch wird sich die Aufsplitterung der Geocaching-Szene in diejenigen, die vorwiegend urbane Microcaches suchen und legen und diejenigen, die diese eher vermeiden, vertiefen. Wobei es da durchaus Lagerwechsel gibt – ich habe jetzt schon von etlichen Geocachern gehört, die früher jede Dose gesucht haben die am Horizont auftauchte und nun sehr wählerisch geworden sind.

Und dann gibt es natürlich noch die ganzen Länder, in denen Geocaching sich bisher noch nicht entwickelt hat. Da gibt es noch reichlich Potential für viele neue Caches an einzigartigen Orten. Zum Beispiel hat sich das Geocaching in Frankreich in den letzten zwei Jahren enorm entwickelt.
Vorher gab es dort fast nichts ausser den Cistes und man fragte sich schon, ob sich das je ändern wird. Und jetzt spriessen dort die tollsten Caches wie Pilze aus dem Boden.

Zwei Zusatzfragen hätte ich noch, da Du ja auch Reviewer bist [diese Fragen bzw. die Antworten sind sicher auch interessant für die Allgemeinheit].

ZF1. Warum hast Du Dich gegen einen sog. „Fake-Account“ entschieden? Ist das für Dich nicht auch verwirrend, Du „siehst“ ja dann wahrscheinlich auch „mehr“ als Andere mit deinem „normalen“ Account.
Diese Entscheidung geht zum einen auf reine Faulheit zurück – mit nur einem Account muss ich nicht aufpassen, was ich mit welchem Account mache. Zum anderen vernahm ich aus der Geocacher-Gemeinde einen recht lauten Ruf, lieber Reviewer mit „echten“ Accounts zu haben. Im Normalfall sehe ich übrigens genauso viel/wenig wie jeder andere Geocacher auch, ich muss schon spezielle Knöpfe drücken um die Informationen für Reviewer zu sehen.
Also auch da keine Verwirrung.

ZF2. Wie sieht das „Interface“ eines Reviewer aus? Was ist anders als beim Owner oder Cache-Suchenden? [Welche Hilfsmittel erhaltet Ihr von Groundspeak?] Kannst Du hier vielleicht einige Screenshots machen. Als Demo Cache kannst Du gerne meinen archivieren Cache „Am Zollstockbad [GC18PPF]“ nehmen; das sollte nichts spoilern und es liegen zur Zeit keine fremden Cache in direkter Nähe, so dass es Niemand stören sollte!
Bitte habe Verständnis, daß ich diese Frage nicht beantworten kann.

Viele Grüße aus Köln,
Roland (eigengott)


Ich sehe schon… die Reviewer müssen wohl ein „Non-Disclosure-Abkommen“ unterzeichnen… die Frage (ZF2.) hätte mich persönlich am brennensten interessiert, aber natürlich habe ich dafür Verständnis. Trotzdem – oder gerade deshalb – vielen herzlichen Dank für das Beantworten meiner Fragen.

Das Lesen der Antworten fand ich – wie auch bei unseren anderen Interviewpartnern – sehr interessant.

Gruß
EntropyCoM (auch aus Köln =)

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Kategorie: Interview

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4 Kommentare

  1. Diese Interview ist ein schöne Idee. So bekommen ein Reviewer mal die Chance sich als ganz normaler Cacher zu präsentieren. Vor allem die Tipps zu den Caches finde ich passend. Einige erleben die Reviewer ja nur als abgehobene Besserwisser.

  2. Danke für das Interview, sehr interessant zu lesen.
    Als die ersten Caches von eigengott in unserer Region veröffentlicht wurden, war ich erst erstaunt, das ein „Ortsansässiger“ im eigenen Gebiet freischaltet. War es bisher nicht so, dass die Reviewer immer fern der Heimat Caches freischalten, um sich vielleicht nicht selbst den Spaß vor der Tür zu verderben, wenn sie den Verlauf der Cache schon kennen?
    Daher würde es mich brennend interessieren, wie es kommt das eigengott es so praktiziert. Werden nur Caches von ihm veröffentlicht, die ihn perönlich eh nicht interessieren?
    Ich persönlich habe den positiven Eindruck bekommen, das neue Cache in der Umgebung nun schneller veröffentlicht werden. Und ich habe auch die Hoffnung, dass durch die „Ortskenntnis“ von eigengott nur Caches veröffentlicht werden, die auch den Guidelines von Groundspeak entsprechen und es nicht wieder zu so zweifelhaften Freischaltungen, wie den Caches im Camp Altenrath (trotz Proteste von Cachern und Konflikten mit Polizei und GSG9)kommt.
    Ich wünsche im weiterhin ein „glückliches Händchen“ bei diesem „Job“, indem man bestimmt auch einiges an Kritik einstecken können muss!

    Gruß Roland

  3. Grundsätzlich ist es eher so, daß die Reviewer möglichst in ihrer Umgebung arbeiten sollen – die Ortskenntnis wurde ja schon angesprochen, ich würde noch die Kulturkenntnis dazuzählen. Bei 16 Bundesländern und momentan 12 Reviewern kann das natürlich nicht ganz klappen.

    Mystery-Rätsel bei denen ich mir den Lösungsweg erklären lassen muss, sind natürlich für mich „verbrannt“. Ansonsten ist es aber so, daß ich mir bei der Menge an Caches die täglich vorbeirauschen unmöglich die Details merken kann.

    D.h. der Spaß bleibt erhalten. Inklusive DNF, siehe GC1K3PV.

  4. Schönes Interview und ich finds klasse das Du, eigengott auch noch auf die zusätzliche Frage geantwortet hast.

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