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5 Fragen – Geocacher roli_29 gefragt

Donnerstag, 23.10.2008 16:17 Uhr geschrieben von  

Endlich gibt es eine Fortsetzung der Serie 5 Fragen an Geocacher aus der Region. Dieses Mal stand mir Roland (roli_29) Rede und Antwort. Er hat bisher über 3.000 Caches gefunden und über 35 Geocaches versteckt. Sein neuster Cache National Treasur (GC1E01T) ist ein schöner Mystery.

Seit Sommer 2004 bist Du aktiv, gab es Phasen in den Du keine Lust mehr hattest?
Bisher ist eine Unlust noch nicht aufgetreten. Es gibt vielleicht Tage, an denen mir das Wetter zu ungemütlich ist, um durch die freie Natur zu wandern, aber dann kann ich immer noch meine grauen Zellen auf Trab bringen, indem ich mich an einem Mystery-Cache versuche. Wenn ich die Zeit habe, nutze ich sie sehr gern für Geocaching. Dabei ist mir manchmal schon selbst der Gedanke gekommen, ob da nicht schon ein gewisses Suchtverhalten bei mir zum Vorschein kommt.

An Hand Deiner Statistik ist gut zu erkennen, dass Du in kurzer Zeit immer viele Caches loggst. Erzähl doch mal wie Du Dich immer Deine Touren vorbereitest.
Da ich auch auf Rücksicht auf die Familie nicht jeden Tag auf Cachesuche gehe, versuche ich mich dann für eine Cachetour gut vorzubereiten und gucke mir schon auf der Karte an, welche Caches sich gut kombinieren bzw. verbinden lassen. Als gute Hilfsmittel haben sich da die Programme GSAK (Cacheverwaltung) und OziExplorer (Kartenprogramm) erwiesen, die auch gut zusammen arbeiten. Da ich momentan alle Caches im Umkreis von 80km in GSAK führe, habe ich so einen recht guten Überblick und kann so eine Vorauswahl treffen und Strecken planen, um schließlich recht effektiv auf Cachesuche zu gehen. Ich bin kein Freund von Mehrfachanreisen. Bei den heutigen Spritpreisen versuche ich so zu planen, dass möglichst viele Cache in einem Gebiet zu finden sind, um nicht für jeden Cache einzeln wiederzukommen. Da ich dann auch nicht sehr wählerisch in Sachen Cachequalität bin, versuche ich mich gerne an jedem Cache. So kommen dann schon mal ein paar Caches zusammen.

Du versucht ja Deine Homezone (20km) sauber zu halten und hast so einen guten Überblick hier in der Ecke. Wie empfindest Du die Qualität der Caches in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis?
Im Vergleich zu anderen Gegenden in Deutschland oder vielleicht sogar weltweit gesehen, denke ich, dass wir eine recht hohe Qualität an Caches haben. Dabei denke ich, dass die große Cachevielfalt in unserer Umgebung da sehr ausschlaggebend ist. Nicht nur, dass alle möglichen Dosengrößen zu finden sind, haben wir doch auch eine große Vielfalt an Cachetypen. Hinzu kommt noch, dass diese Caches in einer landschaftlichen Umgebung versteckt sind, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat, wie z.B. Citycaches oder Wandermultis im Siebengebirge oder dem Ahrtal. Aber über die Ansicht, was die Qualität eines Caches ausmacht, lässt sich ja bekanntlich streiten!

Und was macht deiner Meinung nach einen guten Cache aus?
Ich denke es kommt einfach nur darauf an, ob ein Cache Spaß macht. Natürlich ist es fast unmöglich, dass ein Cache wirklich jedem Spaß macht, denn jeder Mensch hat einen anderen Geschmack oder andere Gewohnheiten. Der eine sieht den einzigen wahren Sinn in Geocaching darin, am Wochenende, bei strahlendem Sonnenschein durch den Wald zu wandern und Regular-Dosen zu suchen. Der Andere hat dazu nicht die Möglichkeiten, die Zeit, oder die Lust und freut sich auch über einen schnellen Micro an einer Kirche und erlebt mit diesem Fund sein Erfolgserlebnis des Tages. Somit kann jeder Cache irgendjemanden Spaß bereiten und kann als guter Cache gelten. Ich persönlich habe noch keinen meiner Cachefunde bereut, sie haben mir alle auf die eine oder andere Art Spass gemacht! 😉
Traurig finde ich nur, dass es immer mehr Geocacher gibt, die sich doch recht intolerant in manchem Log äußern. Da werden wohl teilweise, die eigenen Vorlieben als der einzig wahren Maßstab für dieses Hobby angesehen und wenn ein Cache diesen Ansprüchen nicht gerecht wird, muss im Log kräftig darüber hergezogen werden. Das dieser Cache aber für andere Geocacher vielleicht eine gute oder vielleicht einzige Möglichkeit bietet, das Hobby zu erleben, wird natürlich nicht bedacht. Dabei wäre es dann nur konsequent, diese „unliebsamen“ Caches gar nicht erst zu suchen und die Funktion der Ignore Liste zu nutzen! Da spielt dann aber wohl doch die so oft geleugnete Statistikverliebtheit eine Rolle! Bisher ist mir nur ein Geocacher begegnet, der seine Ansicht von Cachequalität richtig befolgt. Er kann auch 5 Meter vor dem Cacheversteck
umdrehen, wenn er sieht, dass die Suche ihm nicht mehr zusagt und muss dann kein „besserwisserisches“ Log dazu verfassen.

Wie siehst Du die Zukunft vom Geocaching?
Ich denke, dass sich Geocaching durch die Menschen, die es betreiben immer weiter verändern wird. Dabei kommen durch neue Geocacher immer auch neue Ideen, Meinungen und Vorlieben hinzu, andere fallen mit der Zeit einfach weg. Interessant finde ich z.B. die verschiedenen „Modewellen“, die durch die Geocaching-Szene gehen. Da gab es die ganzen Gotteshäuser-Micros, dann wurden die Nachtcaches sehr populär und nun meine ich eine Tendenz zu erkennen, bei der die Klettercaches sich sehr großer Beliebtheit erfreuen. Und auch die Technik bringt ja neue Möglichkeiten, wenn wir mal an die Wherigo-Caches denken. Was kommt wohl als nächstes?
Ich hoffe nur, dass uns die große Cache-Vielfalt erhalten bleibt, denn was ja Geocaching wesentlich ausmacht ist, dass JEDER mitmachen und auch so betreiben kann, wie er es mag!

Besten Dank für Deine Offenheit, Roland!

Thema: Interview | 2 Kommentare